Der Bauplatz liegt an einem Westhang von Wetzikon mit Sicht auf die Voralpen. Durch die Nähe zum Bahnhof hat das Quartier im letzten Jahrzehnt eine höhere Ausnützung zugesprochen bekommen. Das Projekt greift das Thema der Verdichtung zwischen der älterer Einfamilienhausbebauung auf. Das Fertighaus aus den 50er Jahren soll einem Vierfamilienhaus weichen. Das fast vierfache, kubische Volumen wird an die gleiche Stelle gesetzt. Durch den kompakten Fussabdruck werden die Grenzabstände beibehalten und die Freiflächen maximiert. Der Aussenraum wird mit Feldern aus Schnittblumen und Ruderalflächen naturnah gestaltet. Zwei Wohnungen erhalten private Aussenflächen, der restliche Umschwung wird gemeinsam genutzt. Eine Abstufung gliedert den Baukörper. Mit Pergolen aus einfachen, feuerverzinkten Stahlgerüsten erhält das Gebäude ein leichtes und ländliches Äusseres. Die Fassade wird mit einer unbehandelten, sägerohen Holzschalung verkleidet, die mit den Jahren vergraut. Der abwechslungsreiche Setzungsrhythmus der unterschiedlichen Fensterformate sowie das Fehlen des gemeinsamen Treppenhauses brechen mit der Tradition des konventionellen Wohnblocks. Alle vier Wohnungen haben einen spezifischen Grundriss und werden individuell von aussen erschlossen, was den gewünschten Einfamilienhauscharakter fördert. Der Zugang zum Haus erfolgt über die Höhenstrasse. Die 4.5-Zimmer-Parterrewohnung liegt fast ein Geschoss tiefer. Die in einander fliessenden Räume sind hauptsächlich auf den Garten orientiert. Zwei Maisonette-Wohnungen werden ebenerdig erschlossen. Die südliche Wohnung wird im grossen Wohnraum betreten, der durch einen Kern unterteilt wird. Über einen schlanken Treppenraum erreicht man das Schlafgeschoss mit vier Kammern und einem zentralen Bad. Die hier gedrungenen, lediglich 2.30m hohen Räume machen im darunter liegenden Wohngeschoss die Raumhöhe von 2.60m zur Qualität. Bei der zweiten Maisonette-Wohnung ist das niedrige Schlafgeschoss unten. Die Zimmer und die Nasszellen liegen an einer inneren Halle, von der eine gerade, einläufige Treppe ins überhohe Wohngeschoss führt. Die Dachwohnung hat den direkten Zugang von aussen über einen in den Baukörper eingeschnittenen Treppenlauf. Der Kern nimmt Lift und Nasszellen auf, die Raumtrennungen sind flexibel konzipiert. Das ganze Gebäude stellt pragmatische Anforderungen an Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Für den Rohbau werden Liftkern, Wohnungstrennwand sowie Geschossdecken betoniert. Die tragenden Wände sind in Massivholz ausgeführt. Decken und Wände sind unverputzt, weiss gestrichen. Farblich werden so die groben Materialien vom Rohbau an die glatten, weichen Oberflächen angeglichen, bleiben aber dennoch in ihrer Haptik spürbar.

Daten

Adresse

/ 8620 Wetzikon

Planung

2011-2012

Ausführung

2012-2013

Programm

Mehrfamilienhaus mit 4 Wohnungen

Projektteam

Beat Rothen, Reimund Houska
Verantwortlicher Partner: Beat Rothen

Bauherrschaft

Privater Auftraggeber

Baumanagement

Kurt Gasser Architekturbüro, Winterthur

Bauingenieur

Bona + Fischer Ingenieurbüro AG, Winterthur

HLKS-Planer

Fritz Gloor AG, Wetzikon

Elektroplaner

Elektro-Design + Partner AG, Winterthur

Bauphysik

BWS Bauphysik, Winterthur

Holzbauingenieur

Holzbaubüro Reusser GmbH, Winterthur