AUSGANGSLAGE
Die Embru AG ist Eigentümerin mehrerer Grundstücke in Rüti. Auf drei dieser Parzellen befinden sich ältere Einfamilien-/ Mehrfamilienhäuser, die im Zuge der Baumassnahme abgebrochen werden sollen. Für den Gesamtperimeter kann eine Arealüberbauung konzipiert und eine höhere Ausnützung von 15% konsumiert werden.
Das Quartier zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Grünflächen und einer lockeren Wohnbebauung aus, vornehmlich mit Einfamilienhäusern. Nördlich und auch westlich der Parzelle sind bereits verdichtete Mehrfamilienhaus- Siedlungen entstanden.
Die Anordnung der Gebäude strebt eine sanfte Verdichtung in Bezug auf die Körnung an und reagiert mit Gebäudeabstufungen gegenüber den bestehenden Bauten.
BAUEN IM LÄNDLICHEN UMFELD
Der Bauplatz liegt an einem Süd-Westhang von Rüti mit fantastischer Sicht auf die Voralpen. Das Projekt greift das Thema der Verdichtung zwischen älterer Einfamilienhausbebauung auf. Die mögliche Baumasse wird auf insgesamt acht, zwei- bis dreigeschossige Häuser mit unterschiedlicher Typologie und einer ausgewogenen Mischung aus 3.5-/ 4.5- und 5.5-Zi-Wohnungen verteilt. Die Baukörper orientieren sich einerseits an der Strassen-flucht der Bergblickstrasse und verzahnen sich gleichzeitig selbstverständlich mit der angrenzenden, lockeren Einfamilien-hausbebauung. Durch abgestufte Geometrien in der Geschossigkeit können sich die Gebäude in den feingliedrigen Kontext des ländlichen Wohnquartiers einfügen. Durch die kompakten Fussabdrücke werden die Grenzabstände eingehalten und die Freiflächen maximiert.
Zwischen der Bergblickstrasse und den Gebäuden spannt sich die Gemeinschaftszone auf. Die Vorzone bietet unterschiedliche, gemeinschaftliche Aufenthaltsbereiche, wie Spielbereiche und ruhigere Gemeinschaftsplätze. Durch die strassenübergreifende Gestaltung sowie die Aufwertung der Strasse mit Grünbereichen wird die Gemeinschaftszone zu einem wichtigen bindenden Glied der beiden Strassenseiten. Neben der halböffentlichen Gemeinschaftszone gliedert sich an die Gebäude die geschützte Gartenzone an. Diese löst sich zu den Grenzen hin auf und geht in die Landschaftszone über.
DIE WOHNUNGEN
Neu entstehen 33 Wohnungen auf zwei bis drei Vollgeschossen, jeweils mit einem Attikageschoss. Die Gebäude sind so konzipiert, dass je eine Wohnung auf einem Geschoss angeordnet wird. Die Erschliessung über eine Treppe erfolgt aussenliegend, während die IV-gerechte Erschliessung über einen innenliegenden Aufzugskern gewährleistet wird. Von diesen gehen dann die jeweiligen Wohnungseingänge der Obergeschosse ab.
Die Erdgeschosse mit ein bis zwei Wohnungen erhalten private Aussenflächen, der restliche Umschwung wird gemeinsam genutzt.
Die Wohnungen sind so aufgebaut, dass wenig Erschliessungsfläche entsteht und die meisten Räume über eine zentrale Diele erschlossen werden. Alle privaten Wohn- und Essräume sind in Bezug auf die Himmelsrichtung optimal ausgerichtet, während Nebenräume im Kern des Gebäudes angeordnet sind.
GEBÄUDESTRUKTUR
Die Gebäude sind als Hybridbauten mit tragenden Elementen aus Beton und einer Fassadenkonstruktion aus vorfabrizierten Holzelementen konzipiert. Die im Gebäude ablesbare Tragstruktur wird auf statisch notwendige Elemente, wie aussteifende Wände und vorfabrizierte Stützen mit effizienten Querschnitten reduziert. Auch dadurch entsteht mit der Stützenstruktur und der Verwendung von Leichtbauwänden eine nachhaltige Flexibilität in den Grundrissen und es wird die Möglichkeit für spätere Umstrukturierungen erhalten.
MATERIALISIERUNG UND AUSDRUCK
Das massgebende gestaltprägende Element der Gebäude sind die einfache Struktur und sorgfältig gestaffelten Volumen mit rohen Fassaden und robusten, einfachen Materialien als gestaltprägende Mittel, wie z.B. den lichten Gewebefüllungen, oder die farbigen Tuchverschattungen kombiniert mit leichten Metall-konstruktionen aus verzinktem Stahl. Es werden Gestaltungs-elemente verwendet, die eine gewisse Rationalität, aber gleichzeitig Leichtigkeit, Feingliedrigkeit und ein Image vermitteln, um im Bereich des kostengünstigen Bauens eine qualitätvolle und identitätsstiftende Architektur zu schaffen.
Die acht Gebäude besitzen zwei bzw. drei Vollgeschosse, sowie jeweils ein zurückgestaffeltes Attikageschoss. Sie sind in ihrer Volumetrie gestaffelt und haben diverse Vor- und Rücksprünge, welche als private Terrassen und Loggien ausgebildet werden.
Die äussere Erscheinung wird durch eine differenzierte Materialwahl und eine die Staffelung der Gebäude hervorhebende Farbwahl unterstützt. Robuste Faserzementschindeln in 3 hellen gelb-sandigen Farbtönen sind als Fassadenmaterial vorgesehen, welches die Volumen akzentuiert und mit der Intensität nach oben hin abnimmt. Die gewählten Materialien zeichnen sich durch ihren robusten Charakter und Langlebigkeit aus und sind auch im Umfeld des Projektareals in verschiedener Ausprägung anzutreffen.
Die Oberflächen im Aussenbereich sind weiterhin Aluminium natur für die Fenster, Uginox bei den Dachrandabschlüssen und Stahl verzinkt für die Geländer und Pergolakonstruktionen. Diese werden keiner weiteren Oberflächenveredelung, wie z.B. Anstrichen, oder Pulverbeschichtungen unterzogen. Die Oberflächen sind dadurch in Ihrer Erscheinung beständig und altern gut.
Pläne
Daten
Adresse
Planung
Ausführung
Programm
- 2.5-4.5-Zi-Wohnungen
- Geschosswohnungen
- Attika-Wohnungen
Projektteam
Verantwortlicher Partner: Birgit Rothen
