Kunst, Kulinarik und Arbeiten als Gemeinschaft.
Der neue Firmenhauptsitz von SENN am CORSO.

Nach über 50 Jahren Kinobetrieb wurde das Kino Corso, gelegen am Altstadtrand St. Gallens geschlossen. 2015 hat sich die Firma SENN entschlossen, das Kino sowie das  leerstehende Restaurant umzunutzen. Mit dieser neuen öffentlichen Nutzung wird der prominente Zugang zur Altstadt aufgewertet und aktiviert. Das Ziel war, Nutzungsverknüpfungen herzustellen, welche eine Bereicherung im Alltag sind und den verschiedenen Nutzungen wie Büro und Restaurant einen Mehrwert geben.

Im ersten Obergeschoss, dem ehemaligen Kinogeschoss, wird die skulpturale und spezielle Erscheinung erhalten. Um die Wirkung des massiven, ehemaligen Kinobaukörpers neu zu interpretieren und um eine Büronutzung zu ermöglichen, wurde die neue Betonaussenwand mit regelmässigen, vertikalen Fensteranteilen versehen. Die neuen Öffnungen, strukturiert durch tiefe, speziell geformte Stützen, haben einen eigenen Rhythmus, der den vorspringenden Baukörper als Ganzes betont. In der Schrägansicht im Gassenraum lässt sich der ehemalige massive Ausdruck der alten, muralen Erscheinung des Kinosaals auch nach dem Umbau noch erfahren.

Der Hauptzugang der Büronutzung liegt an der Brühlgasse und beinhaltet erdgeschossig den Portier/ Empfang, alle Besprechungsräume und eine offene, multifunktionale Fläche. Grosse, transparente Glastrennwände machen die Struktur des Hauses erlebbar und bieten Durch- und Ausblicke von der Gasse bis hin in den Garten. Von einem inneren, vertikalen Erschliessungsraum aus wird über eine komplexe Treppenanlage sowohl die im 1.Obergeschoss liegende, offen gestaltete Bürofläche erschlossen, als auch die im UG liegenden Räumlichkeiten, wie der BIM-Raum und der multifunktional nutzbare Saal für ca. 80 Personen und die dem Restaurant zugehörige, sichtbare Weinvitrine. Alle Räume erhalten indirekt Licht über den inneren, mehrgeschossigen Erschliessungsraum. Dieser zentrale Raum entfaltet mit einem grossen, stark farbigen Wandbild des international tätigen Künstlers Franz Ackermann seine Kraft. Im Restaurant selbst strahlt ein weiteres grossflächiges Bild des Künstlers mit grosser Farbigkeit weiträumig in den öffentlichen Raum aus. Die erdgeschossigen Fassaden wurden in einem gleichmässigen Rhythmus mit öffenbaren Schiebefenstern verglast, um die „Ladenzeile“ der Brühlgasse abzuschliessen und eine Interaktion mit dem öffentlichen Raum in der Brühl- und der Glockengasse herzustellen.

Das Gebäude entfaltet seine Kraft aus der Sichtbarkeit der Materialien, bewusst wurden wenige, dafür roh belassene Materialien verwendet, die dem Haus im Inneren eine eigene Haptik geben. Die Rauheit des Rohbaus soll zwar spürbar bleiben, aber durch die saubere Verarbeitung eine hohe Wertigkeit und Präzision ausstrahlen. Bis hin zur Leuchte wurden alle Möbel und Ausstattungselemente für das Gebäude speziell angefertigt und kreieren so ein sehr hochwertiges und einzigartiges Image.

Die Abfangung der Lasten
aus den oberen Geschossen soll mit nur einer tragenden Stütze unter dem
bestehenden Unterzug der alten Abfangdecke des alten Kinosaals durch das ganze
Haus erlebbar sein.

Daten

Adresse

Brühlgasse 37 / 9000 St.Gallen

Planung

2015 - 2018

Ausführung

2018 - 2020

Programm

Umbau des ehemaligen Kinos Corso in ein Gourmet-Restaurant und Büroräumlichkeiten für die Fa. SENN mit einer Saalnutzung

Projektteam

Beat Rothen / Birgit Rothen / Dominic Fierz / Franziska Kienberger / Jelena Stampa
Verantwortlicher Partner: Birgit Rothen

Bauherrschaft

SENN Resources AG, St. Gallen

Baumanagement

Näscher Bausupport GmbH, St. Gallen
Gantenbein + Partner AG, St. Gallen

Landschaftsarchitekt

Müller Illien Landschaftsarchitekten, Zürich

Bauingenieur

Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich

Fassadenplanung

Fiorio Fassadentechnik GmbH, Zuzwil

HLKS-Planer

Vadea AG, St.Gallen

Elektroplaner

IBG B. Graf Engineering AG, St. Gallen

Bauphysik / Nachhaltigkeit

Studer und Strauss, St. Gallen

Brandschutz

Amstein + Walthert AG, St.Gallen

Küchenplaner

Finessa Barnetta AG, St.Gallen

Fotografie

© Daniel Ammann, Herisau