Die Wohnüberbauung ChavezVerde im neu entstehenden Stadtteil Glattpark besteht aus 3 Baukörpern, einer Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe, mit je 6 Vollgeschossen, insgesamt 79 Wohnungen und 4 Gewerbeeinheiten. Die Gewerbeeinheiten orientieren sich zum Boulevard Lilienthal, der Öffentlichkeitscharakter im Stadtteil Glattpark übernimmt.

Die Baukörper fügen sich in das Grundmuster ein, das durch ein städtebauliches Leitbild vorgegeben und derzeit umgesetzt wird. Dieses besteht im Wesentlichen aus Einzelbaukörpern, die wie unterschiedlich grosse Steine einen Blockrand nachzeichnen und das städtebauliche Muster vervollständigen. Hierbei ist die jeweilige Form des Steines Ausdruck der jeweiligen Nutzung. Die Fugen zwischen den Baukörpern ermöglichen Durchblicke von der Strasse in den grünen Innenhof und geben den Blick auf eine grüne Oase im Inneren frei.

Die Wohnbebauung besteht aus einem Wohnungsmix aus 2.5- bis 4.5-Zimmer-Wohnungen. Die Häuser A und B werden als Mietwohnungen, das Haus C, zum Bach entlang der Chavez -Allee hin orientiert wird in Stockwerkeigentum erstellt. Die Grundrisse selbst zeichnen sich durch spezielle Zuschnitte, insbesondere in den öffentlichen Teilen der Wohnung aus, sind jedoch in den Normalgeschossen übereinander gleich angeordnet. Es sollen offene, fliessende Bereiche im Wohn,- Ess- und Küchenbereich, eine Art Wohnlandschaft entstehen. Ziel ist, möglichst jeden Wohnungsgrundriss zu individualisieren.

Die verputzen Baukörper werden durch Felder mit unterschiedlichen Körnungen von ganz fein bis sehr grob starken Farbunterschieden gegliedert. Sie fügen sich somit in das murale Umfeld aus Beton-, Stein- und Putzfassaden ein. Innerhalb der kubischen, groben, im dunklen Grau abgesetzten Putzflächen sind die Fenster angeordnet, die übereinander versetzt sind. Die weissen Flächen sind glatt wie ein geschliffener Stein. Diese Flächen nehmen im Innenhof die Begrünungen auf und vervollständigen hier das Bild der überwachsenen Steine. Die Loggiaverkleidungen sind aus transluzentem Grauglas, welches farblich mit den Fenstern und den dunklen Putzfeldern verschwimmt. Die Fenster sind möglichst in jedem Geschoss verschieden gross, um auch hier wieder möglichst viel Individualität zu generieren.

Die vertikalen, flächigen Fassadenbegrünungen mit Glyzinien in üppiger Blütenpracht prägen den grünen Innenhof. Sie bilden ein spannendes Farbenspiel mit den Grün- und Brauntönen der hohen Gräser der Hofbepflanzung und verbinden die Fassaden mit dem Aussenraum. Beide Elemente zusammen bilden die Hauptmerkmale der Umgebungsgestaltung, um eine stimmige, einzigartige Hofsituation und Adresse zu gestalten.

Die Umgebungsgestaltung der Wohnbauten am Boulevard Lilienthal bezieht sich mit Ihrer Gräserlandschaft auf die ursprünglichen Riedwiesen und lehnt sich damit zugleich an die Thematik der grünen Rasenflächen entlang der Alleen und der umgebenden Wohnbauten an.

Die Hoffläche über der Tiefgarage wird durch eine kraftvoll einfache, in Ihrer Differenzierung überraschend vielfältige Grundgestaltung gefüllt. Gräser und Kräuter in verschiedener Ausgestaltung und Dichte bilden mit sickerfähigen Belägen einen Verlauf; vom grünen Gräsermeer über einen begrünten, mit Blumenzwiebeln angereicherten Schotterbelag und Kiesflächen, bis hin zum gebundenen Belag.

Es entsteht ein dynamisches Bild, das sich je nach Nutzung und Bewegungsströmen,
sowie Jahreszeit und Entwicklung der Vegetation spielerisch verändert.

Daten

Adresse

Boulevard Lilienthal / Farmanstrasse / Glattpark, 8152 Opfikon

Planung

2008-2009

Ausführung

2010-2011

Programm

3 Mehrfamilienhäuser mit 79 Miet- und Eigentumswohnungen + 4 Gewerbeeinheiten

Projektteam

Beat Rothen / Birgit Rothen-Rieder/ Adrian Zeller/ Claudia Rath/ Thomas Fankhauser
Verantwortlicher Partner: Birgit Rothen

Bauherrschaft

Priora Development AG, Zürich/ Migros-Pensionskasse Immobilien, Zürich

Totalunternehmer

Priora Generalunternehmung AG, Zürich

Landschaftsarchitekt

Planetage, Zürich

Bauingenieur

Edy Toscano AG, Zürich

HLKS-Planer

Gruenberg +Partner AG, Zürich

Elektroplaner

Moor Elektroplan AG, Zürich

Bauphysik

Stadlin Bautechnologie, Buchs

Fotografie

© Gaston Wicky, Zürich